“So braucht dass alles sehr viel Zeit. Tatsächlich lernt man Kino nicht, weil es nicht so zu erlernen ist wie Literatur. Immerhin lernen wir schon sehr viel länger lesen und schreiben.”


J.-L. Godard: Einführung in eine

wahre Geschichte des Kinos, Frankfurt a.M., 1984, pp.39.


 

 

 

 

 

„Der Zufall ist mein Regieassistent“


Agnès Varda

 


 

 

 

„In jedem Cutterhandbüchlein steht, wie schwer es ist, Bilder, die in Gegenstand, Komposition und Einstellungsgrösse (Kadrage, Kadrierung) einander sehr ähnlich sind, aneinanderzussetzen. Das Auge wird immer Fehler bemerken, Brüche [...]. Es muss eine grosse Veränderung geben, so dass das zuschauende Augen sich zuerst neu zurechtfinden muss, bevor es das neue Bild zuordnet und die Qualität der Zuordnung überprüfen kann.“

Harun Farocki: „Nachdruck/Imprints. Texte/ Writings.“ 2001, pp. 87ff


 

 

 

 

 

Hitchcock: “[...] Aber die Zeit zusammenziehen oder dehnen, ist das nicht die Aufgabe jedes Regisseurs? Sind Sie nicht auch der Meinung, dass die Zeit im Film nie etwas zu tun ha- ben sollte mit der realen Zeit?”


Truffaut: “Ganz bestimmt, das ist etwas ganz Entscheiden- des. Das entdeckt man erst, wenn man seinen ersten Film dreht. Schnelle Handlungen zum Beispiel müssen gedrosselt, gedehnt werden, sonst begreift sie der Zuschauer nicht. Man brauch wirklich Berufserfahrung und Können, um das richtig zu kontrollieren.”


Hitchcock: “Deshalb ist es auch ein Fehler, die Adaption eines Romans dem Autor selbst zu überlassen, der doch nichts von der Gesetzlichkeit des Kinos weiss.


F. Truffaut: "Mr. Hitchcock, wie haben sie das gemacht?"

2003 [2006].


 

 

 

 

 

 

“Das Arbeiten am Schneidetisch macht aus der Umgangssprache Schriftsprache. [...] Am Schneidetisch wird aus Gestammel Rhetorik.

Weil es diese rhetorische Artikulation gibt, ist der

Diskurs ohne Artikulation im Schneideraum Gestammel.
Am Drehort, da kann man die Kamera hierhin und dorthin stellen,

das ist die Entscheidung von einer Minute, getroffen mit einem

nachdenklich verzogenen Gesicht. Im Schneideraum wird dann eine

Woche lang abgewogen, wohin dieses Ein-Minuten-Bild kommt.”

H.Farocki: Nachdruck/Imprint. Texte/Writings. Gaensheimer, Schafhausen, N. (eds.), Berlin, 2001, pp. 83.